Ferngläser / Spektive und Lichtstärke

 

        Hier möchte ich ein wenig auf dasThema 

       „Bezeichnungen auf Ferngläsern / Spektiven und deren Lichtstärke „               eingehen.enlightened

 

Ich werde nicht zu tief in das Thema eingreifen.  Ich möchte mehr oder weniger etwas Licht ins dunkle bringen, für solche die sich ein Fernglas anschaffen wollen und sich mit den Bezeichnungen nicht so auskennen. Deshalb werde ich an Beispiele in Bebilderung beifügen, denn aus der Theorie alleine kann man sich das nicht immer so vorstellen und es vereinfacht die Sache. Das hat mir am Anfang immer geholfen.  

 

Bezeichnungen wie z.B. 8X32, 10X32, 8X42 oder wie auch immer, bedeuten ganz einfach nur wie stark das Fernglas vergrößert und wie groß  der Objektivdurchmesser in Millimeter ist.

 

Beim Spektiv stehen die Angaben auf dem Okular (wechselbar) und vorne an der Objektivöffnung.

Diese Werte sagen auch etwas über die Lichtstärke aus. Diese ist aber nur rechnerisch und beachtet nicht die Qualität der Linsen wie zum Beispiel Vergütung der Linsen.

Bei den meisten Ferngläsern oder Skektiven steht die Lichtstärke als Dämmerungszahl im Datenblatt. Wenn nicht kann man sie auch errechnen. Je höher der Wert desto Lichstärker das Fernglas oder auch Spektiv. 

Also hat mein Fernglas 8X32  eine Dämmerungszahl von 16. Hätte ich mir ein 8X42 gekauft währe die Dämmerungszahl  18,33, das heißt das ich bei Dämmerung (rein rechnerisch) mit diesem Fernglas besser sehen könnte.

Welcher  Faktor auch noch eine Rolle spielt, in Hinsicht zum  sehen bei Dämmerung ist die Austrittspupille.

 

Auch diese steht meistens in den Datenblättern. Wer sie errechnen will nimmt diese Formel:

 

Austrittspupille = Objektivgröße / Vergrößerung

 

Das heißt mein Fernglas 8X32 hat eine Austrittspupille von 4mm. Und bei 8X42 währe diese 5,25 mm.

Nun zur Erklärung: Die Größe der Austrittspupille sollte der Pupillenöffnung des Benutzers entsprechen. Die Pupillen weiten sich je dunkler es wird, was bei einem jungen Menschen  bis zu  7mm und Menschen ab 50 Jahren ca. 5mm  sind. Dies gewährleistet das mehr Licht ins Auge fällt. Was bei Dunkelheit natürlich wünschenswert ist.

Mir  würde  es also bei einem Fernglas nichts nützen wenn es eine Austrittspupille von 7mm hätte, aber meine eigenen Pupillen sich nur noch auf  5 mm weiten können. Schaden würde es aber auf keinen Fall.

Ferngläser für die Jagt mit z.B. 8x56 haben eine Austrittspupille von 7mm. Also sehr gut für die Dämmerung. Am Tage reichen 2-4mm auch aus., weil es hell ist und die eigenen Pupillen sich ja auch verkleinern.

So spielen Dämmerungszahl und Austrittspupille beide eine Rolle.

Hier erkläre ich jetzt nochmal anhand meiner eigenen Ausrüstung  diesen Zusammenhang:

 

Mein Spektiv  TSN-3 von Kowa  hat ein Zoomokular von 20-60X Vergrößerung und eine Objektivgröße von 77mm. Also  20x77 – 60x77

Dämmerungszahl  vom Spektiv ist  39,24-67,97 (je nach Zoom 20x-60x)

Austrittspupille  1.28mm(60xZoom)-3,85mm(20xZoom)

 

Mein Fernglas das Sky Hawk 3.0 von Steiner hat 8x32.

 Dämmerungszahl vom Fernglas ist 16

Austrittspupille 4mm

Nochmal das Bild von weiter oben

Hier erkennt man nun, das mein Spektiv sich nicht sehr gut für das beobachten bei Dämmerung eignet. Wie man sieht beträgt der Durchmesser der Austrittspupille bei 60x Vergrößerung  nur noch 1,28mm. Wenn es dunkler wird muss  mein Auge aber seine Pupille vergrößern um mehr von dem noch vorhandenem Licht ins Auge zu lassen.  Sagen wir mal meine Pupille weitet sich bei Dämmerung auf 5mm, mein Spektiv aber hat im besten Fall also bei 20x Vergrößerung eine Austrittspupille von 3,85mm am Okular. Diese Austrittspupille würde meinem Auge vielleicht aber nur bei noch untergehender  Sonne reichen, und somit  währe es schon zu dunkel, obwohl das Spektiv  bei 20x Vergrößerung eine hohe Dämmerungszahl also Lichtstärke von 39,24 hat. Bei 60x Vergrößerung hätte das Spektiv zwar eine enorme Dämmerungszahl von 67,87 aber die Austrittspupille würde nur noch 1,28mm betragen, diese Pupillengröße hätte mein Auge vielleicht nur bei hellem Tageslicht und so kann ich es dann auch nur bei  hellem Tageslicht mit 60x Vergrößerung verwenden.

Mein Fernglas hat im Vergleich zu meinem spektiv zwar nur eine Dämmerungszahl von 16, aber dafür habe ich ja eine Austrittspupille von 4mm. Diese Pupillengröße hat mein Auge vielleicht noch bei schon fortgeschrittener Dunkelheit. Somit kann ich mit dem Fernglas noch relativ gut sehen.

 

Als Beispiel mal ein Fernglas was vielleicht ein Jäger für die Jagd bei Nacht oder Starker Dämmerung verwenden würde,  denn bei  z.B. Vollmond kommt ja noch einiges an Licht auf das zu beobachtende Objekt.

Ein Fernglas  8x56 hat eine hohe Dämmerungszahl von 21.16 kombiniert mit einer Austrittspupille von 7mm. 

Ich hoffe ich konnte über diese Thema einen groben Überblick verschaffen, auch wenn es sich zu nächst etwas kompliziert anhört. Nun kann man sich Dämmerungszahl und Austrittspupille selber ausrechnen und weiß was solche Daten auf Ferngläsern aussagen.

Aber wie gesagt ist das nur eine  theoretische Rechnung als Anhaltspunkt. Man darf nicht vergessen das es verschiedene Qualitäten von Ferngläsern gibt. Mein Kowa Spektiv hat z.B. Fluoridlinsen und ist somit besser als ein  Spektiv welches normale Linsen hat. Bei Ferngläsern das selbe, es gibt verschiedene Qualitäten der Linsen und verschieden Bauweisen ( Dachkantprismen, Poroprismen ) im inneren.

Dazu gibt es aber viele Internetseiten die auf diese Thema genauer eingehen, und wer sich nun für mehr zu diesem Thema Interessiert oder sich vor einem Kauf informieren möchte geht einfach mal auf Suche im Internet. Oder erkundigt sich bei einem Fachhändler.

Wichtig ist nur das ihr jetzt das Zusammenspiel zwischen Vergrößerung und Objektivgröße kennt.

Ich hoffe das euch mein kleiner Bericht gefallen oder auch weitergeholfen hat.